
Irgendwann, Mitte der achtziger Jahre...
Meine Mutter (Eva Kopczinski, geb. Rieck) und ich, wir guckten uns alte Fotoalben
von ihren Eltern, Tanten und Verwandten an. Irgendwann tippte sie auf ein
vergilbtes Bild und erklärte mir, das dies Tante Agnes sei. Sie wisse
allerdings nicht mehr genau, ob sie eine Schwester ihrer Mutter (eine geborene
Werner) oder eine Cousine ihres Vaters (Johann Rieck) gewesen sei. Das Foto
stammte aus der frühen Kindheit meiner Mutter, die 1910 in Berlin geboren
wurde. Tante Agnes muss damals etwas über die Zwanzig gewesen sein...
Diese Tante Agnes, so wusste meine Mutter zu berichten, habe als junge Frau
einen Mann aus Bad Dürkheim geheiratet, dessen Cousine eine Schwester
von Elisabeth Christ gewesen sei. Und eben diese Elisabeth sei die Mutter
von einem amerikanischen Multimillionär, der durch Immobiliengeschäfte
reich geworden wäre ein gewisser Fred Trump aus Kallstadt bei
Bad Dürkheim.
Kallstadt heute
Dessen Vater, Friedrich Trump, wäre 1885 als Sechszehnjähriger
nach Amerika ausgewandert, habe dort rasch ein Vermögen gemacht und wäre
1902 als wohlhabender Mann nach Deutschland zurückgekehrt, um sich in
seiner Heimat eine Ehefrau zu suchen. Er heiratete in seinem Geburtsort Kallstadt
die frühere Nachbarstochter Elisabeth Christ, die nun ebenfalls in die
Vereinigten Staaten einwanderte. Dort aber wurde sie von großem Heimweh
geplagt, so dass Friedrich und seine junge Frau Elisabeth nach zwei Jahren
in der 'Neuen Welt' beschlossen, Amerika wieder zu verlassen, um fortan in
Deutschland zu leben.
Um sich dauerhaft ansiedeln zu können, beantragte Friedrich erneut die bayerische
Staatsbürgerschaft, die er inzwischen verloren hatte. Der Gemeinderat von
Kallstadt unterstützte diesen Antrag, und auch die Behörden des Kantons Dürkheim
schlossen sich dem an, wobei ihm sogar die kantonale Polizei attestierte,
"dass er den Genuss von Alkohol ablehne". [Quelle: Wikipedia.org]
Die zuständige Innenbehörde in der pfälzischen Hauptstadt Speyer lehnte Trumps
Wiedereinbürgerung jedoch ab, weil er zwanzig Jahre zuvor das Land verlassen
hatte und erst jetzt, nachdem er das wehrfähige Alter überschritten hatte,
wieder zurückkehren wollte. Es bestehe daher der Verdacht, dass er ausgewandert
sei, um dem Wehrdienst zu entgehen, und es sei zu prüfen, ob er deswegen des
Landes verwiesen werden solle. Aus Sicht des kaiserlichen Beamtenklüngels
war Trump einfach nur ein Drückeberger...
Alle Einsprüche und Appelle Trumps blieben ohne Erfolg, und 1905 wurden die
Familie endgültig ausgewiesen. Und nun kommt Tante Agnes wieder ins Spiel:
Sie habe damals als Gemeindeangestellte Friedrich Trump das endgültige
Ausweisungspapier überreichen müssen. Das sei für sie deshalb
sehr schlimm gewesen, weil sie mit Elisabeth gut befreundet war. Besonders
in den 50er und 60er Jahren wurde in der Familie viel über diese Geschichte
gesprochen. Donald Trump war damals noch im Kindesalter.
Fazit: Hätte Tante Agnes der Familie damals einen positiven Bescheid
übergeben dürfen, wären die Trumps in Kallstadt geblieben und
der Enkel, Donald Trump, wäre wohl nie Präsident der Vereinigten
Staaten gdeworden. So jedoch, gingen die Trumps wieder nach Amerika zurück.
Im Dezember 1906 wendete Trump sich ein letztes Mal an das bayerisch königliche
Innenministerium und machte nochmals seine Position klar. Das Ministerium
reagierte prompt und erklärte ihn am 10. Januar 1907 offiziell zur unerwünschten
Person.
1918 verstarb Friedrich Trump. Er hinterließ eine Frau und drei Kinder
- eines davon war Frederic Trump, der Vater des späteren Präsidenten
der Vereinigten Staaten, Donald Trump...
H O M E Kopczinski
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